Schimmelpilze
Schimmelpilze - Definition
Als Schimmelpilze bezeichnet man eine systematische heterogene Gruppe von Pilze(Fungi), die aufgrund ihrer Lebensweise in bestimmten ökologischen Nischen für den Menschen besondere Bedeutung gewonnen haben. Da sie nicht wie Pflanzen mittels Blattgrün aus Licht und Energie gewinnen können, haben sie sich auf den Abbau von toten organischen Material spezialisiert. Schimmelpilze spielen deshalb eine wichtige Rolle bei Verrottungsvorgängen in der Natur. Es ist allgemein bekannt, wie ein Schimmelbefall aussehen kann.
Jeder kennt den sichtbaren Schimmel auf Brot, Käse oder Obst. Genau dieses allgemeine Wissen verleitet viele zu der Annahme, sie wüssten, wovon sie reden, wenn es um einen Schimmelbefall geht.
Tatsache ist, dass es 3 relevante Abschnitte ( Mycel, Konidienträger, Sporen ) im Aufbau eines Schimmelpilzes gibt und nicht jeder Teil ist problemlos von Auge sichtbar. Als Erstes bildet sich aus einer auf einem geeigneten Nährboden geratenen Schimmelpilz-Spore eine Fädige Struktur, das Mycel. Dieses besteht aus mikroskopisch kleinen, langen, dünnen, vielfach verzweigten Pilzfäden (Hyphen), die sich von einzelnen Punkten aus in alle Richtungen ausbreiteten. An der Spitze wachsen diese Hypen mit großer Geschwindigkeit weiter, so dass der Schimmel nicht selten rasch große Flächen überwuchert. Dieses Mycel ist der eigentliche Pilz.
Es ist vom Auge nicht zwingen sichtbar und kann tief in winzige Risse und Poren der befallenen Oberfläche eindringen. Als Vergleich dienen die Wurzeln und Blätter einer Löwenzahnpflanze. Die Vermehrung geschieht meist auf ungeschlechtlichem Weg über Sporen (bei den in unserm Fall relevanten Schimmelpilzarten auch Konidien genannt). Dazu erzeugen die Myzelfäden nach einiger Zeit zahlreiche sich vertikal von der Oberfläche erhebenden Sonderhyphen, die Kondienträger. Diese sind bei den einzelnen Arten unterschiedlich gestaltet und bestehen aus oft dicht verzweigten Hypen, die bei schwacher Vergrößerung wie ein kleiner Wald aussehen.
Durch Pigmenteilagerung kann das Pilzwachstum auf der Oberfäche nun auch vom Auge verfolgt werden. Verglichen mit unserer Löwenzahnpflanze wären dann diese Konidienträger die langen Blütenstiele. Die Sporen oder Konidien sitzen auf der Spitze, wo sie dann beim geringsten Lufthauch aufgewirbelt und vom Lufthauch mitgetragen werden. (Und im Vergleich mit dem Löwenzahn; dessen Samenverbreitung läuft identisch, nur eben im makroskopischen Bereich). Diese aufgewirbelten Sporen treiben nun stundenlang als Aeroplankton in der Luft und können in Innenräumen, sobald sie in größeren Mengen vorhanden sind, die Gesundheit der Bewohner beeinträchtigen.